Freitag, 6. Mai 2011

Bilder von der 6. Kölner Musiknacht 2010


Später am Abend bin ich in die Eigelsteintorburg (in der man übrigens auch Partys feiern kann) und konnte mir einen Eindruck verschaffen über “something in plastic”.

Freya Hattenberg und Peter Simon zeigten dort vor dem Hintergrund zeitgenössischer Performance und Medienkunst, Klanginstallationen.


Das Parken im Agnesviertel ist gar nicht so einfach und weil ich dort vor der Garage einer Freundin parken konnte, habe ich mir die brasilianische Dorftanzmusik von Capangas, die in der alten Feuerwache zum Tanz aufforderten, nur kurz angesehen und bin dann zu den Inhabern der Garage, auf einen Abstecher in den Stüsser.


Im alten Pfandhaus gab es nur Goldfischchen, dachte ich zu mindestens.

Dort habe ich den Abend beschlossen und nach blind date (die Art Jazz die man(ich) nur live hören kann), haben die Chupacabras bis 2:30 Uhr das Haus gerockt.





"Die 7. Kölner Musiknacht findet am Sa 10.09.2011 statt.
Der musikalische Schwerpunkt liegt bei dem Thema Stimme."

Donnerstag, 5. Mai 2011

Bilder von der 6. Kölner Musiknacht 2010

Fabienne Carlier


Dass Loft, in der Ehrenfelder Wißmannstrasse (mit scharfen ß und nicht wie im Programm ausgedruckt ss), ist einer von den vielfältigen Orten, die ich gestern zum ersten Mal betreten habe und auch dafür lohnt sich diese Reise durch die Stadt.

Es ist ein wunderschöner Veranstaltungsort, an dem ich mich von “Fabienne Carlier & frankofone Gäste”, mit Vincent Royer und Francois de Ribaupierre, die u.a. mit Chansons von Brel, und Brassens vortrug,verwöhnen lies. Sie hat mit ihrem belgischen Charme un ihrer schönen Stimme die Herzen der Gäste verzaubert, auch wenn sie keine Zugabe gegeben hat.(wegen des nachfolgenden Programms)







Bilder von der 6. Kölner Musiknacht 2010

Die Chupacabras
















Im Verlauf der Nacht hatte ich Hunger und habe mir ein Schnitzel in die
Handtasche gewünscht;-).Das Thai- Curry, dass ich für meinen Sohn gekocht hatte,
lag schon Stunden zurück, nur das Kompliment meines Sohnes…
“Chinesisch schmeckt bei dir immer gleich“!
(da sollte man doch einen Unterschied schmecken zur tägl. Pasta) hallte noch nach.

Im alten Pfandhaus gab es nur Goldfischchen, dachte ich zu mindestens.

Dort habe ich den Abend beschlossen und nach blind date(die Art Jazz die man(ich)
nur live hören kann),haben die Chupacabras bis 2:30 Uhr das Haus gerockt.

Alleine die Vita der aus Deutschland, Mexiko,Peru und Spanien stammenden Musiker
ist atemberaubend. Was soll ich noch schreiben, schaut euch die Fotos an!

Bilder von der 6. Kölner Musiknacht 2010

In loser Reihenfolge, werde ich hier ein paar Bilder von der 6.Kölner Musiknacht einstellen, die mir sehr gut gefallen hat.

Schoke Flügel und Piano
das Gedok Ensemble:



Am Anfang war ich ein bisschen verwirrt, dass lag an ungefähr zwei Dingen: 1. von Musik habe ich keine Ahnung und 2. von Technik auch nicht und furchtbar viel Geld dieselbe zu kaufen und besitzen ………na ja das bliebe herauszufinden, denn wie heißt es so schön wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Bevor ich Euch langweile, Köln ist das Mekka für Kultursuchende und Kulturschaffende.

Wenn man sich entscheidet an der Musiknacht(ich habe das in Form eines Kombitickets getan + photokina) teilzunehmen, muss man sich auf eine Startveranstaltung festlegen und bekommt mit der Karte, eine „Sitzplatzgarantie“, die eigentlich nur dazu besteht, damit nicht alle Besucher beim gleichen Event-Ort starten und seine Kapazitäten sprengen.

z. B. könnte ich mir vorstellen, dass es viele Besucher zur Visual Gallery auf die Photokina gezogen hat.

Da meine Veranstaltung im Loft um 21 Uhr beginnen sollte, bin ich zunächst zu Schoke Flügel und Piano in die Lindenstraße und dort stimmte mich das Gedok-Ensemble auf die Nacht ein und bewies, dass man auch ernste Musik nicht so ernst nehmen muss, und unter uns wenn es mit der Musik der virtuosen Meisterinnen nicht klappen sollte, dann können sie noch ans Schauspielhaus zum modernen Theater wechseln, neben ihren Instrumenten bearbeiteten sie Kaffeetassen, Hamsterräder und Besen und schnalzten, seufzten und Dorothee hatte den irren Blick. Ich habe nicht auf Hape gewartet, dass er Hurz singt, denn man konnte erkennen, das alles war kein Zufall und keine Improvisation, sondern bis ins kleinste Detail einstudiert.

Dienstag, 3. Mai 2011

Bilder vom Rhein - Niedrigwasser in Köln 4.5.11



Gestern war ich am Rhein in Rodenkirchen und habe diese Konstruktion gesehen.



Wasserstand des Rheins



Der aktuelle Wasserstand heute Mittwoch den 4.5.11 8.37 Uhr ist 1,37m

Köln zeigt sich immer wieder in einem anderen Licht.





Dieses Boot war im Januar noch auf Landgang;-)





Der Strand macht bei Niedigwasser, seinem Namen Riviera alle Ehre.



Von Schwimmen wird dringend abgeraten, denn die Stömung soll noch stärker und gefährlicher sein als sonst.



Wenn es nicht bald regnet, wird die Schifffahrt eingestellt. Der niedrigste Wasserstand lag bei 0,80 m.

Montag, 2. Mai 2011

Bad Boy Kummer



Vorgestern war ich in einer merkwürdigen Veranstaltung. Es war so als wollte man böse Geister herauf beschwören, der Welt vor Augen halten was Journalismus nicht ist und was er nicht sein darf.

Ich war mir zu keinem Zeitpunkt sicher, ob dieser Film den Miklos Gimes über Tom Kummer gemacht hat, eine Hommage ist oder eher den Lebensweg eines gescheiterten Talentes beschreiben sollte, dem auch er mal auf dem Leim gegangen ist.

Wenn ich einer jungen Journalismus-Studentin glauben durfte, waren die meisten Anwesenden vom Fach.
Wer ist Tom Kummer werden sie fragen.Tom Kummer ist ein 1963 in der Schweiz geborener Journalist der mit aufsehenerregenden, weil sowohl inhaltlich und textlich interessant, Interviews in der Medienwelt für Furore sorgte. Er schrieb für die renommiertesten Zeitungen und Magazine, wie z.b.Die Zeit, Der Spiegel, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Stern, Vogue

Seine Interviews waren eine Offenbarung, sie hatten Tiefe. Mike Tyson zitierte dort Nietzsche
und Kim Basinger schwang sich nackt an einem Seil durch den Raum, dies sei ihre Art von Befreiung.
Tom Kummer war ab 1993 unser Mann in Hollywood.
Sein Anstellung bei der Zeitschrift Tempo, verdankte er einem einzigen Artikel.

Seine Artikel hatten nur einen kleinen Haken, sie waren allesamt erfunden, er hat sie an seinem Küchentisch geschrieben.
Irgendwann flog der Schwindel auf und zwei angesehene Chefredakteure des SZ-Magazins, Ulf Poschardt und Christian Kämmerling, mussten darauf ihren Hut nehmen.

Nachdem Tom Kummer mit „Blow up. Die Story meines Lebens.“ veröffentlichte, hat Miklos Gimes, der 1997 als stellvertretender Chefredakteur beim Tages-Anzeiger-Magazin ebenfalls Kummers Interviews veröffentlicht hat, einen Dokumentarfilm über ihn gemacht.
Seine Motive waren die Suche nach dem Werdegang, Wandel und Läuterung Kummers .

Während es im Film viel zu lachen gab, auch über die Videoeinspielungen Kummers, z.B. seine Hochzeit in einem Auto bei Mac Wedding, gab es auch viele traurigen Momente, die aufzeigten das man einen Kummer nicht habhaft werden kann. Weil Kummer immer auswich wenn es ernst wurde.

Ernsthaftigkeit will Kummer bis heute nicht gelingen, er kann keinen Blick standhalten.
Tom Kummer hat es nicht gelernt wirklich an einem Artikel zu arbeiten, inklusive Recherche. Heute verdient er sich seinen Lebensunterhalt als Paddle-Tennis-Trainer in Los Angeles.
Vielleicht darf Kummer, der heute noch über seine Artikel lachen kann, kein Schuldbekenntnis geben, er würde damit sich und sein Leben in Frage stellen.


Kummer
Ich weiß nicht wie es Ihnen gehen würde, ich musste doch mehr schmunzeln (vielleicht weil selbst
nicht betroffen) über die anschließenden Diskussion mit, Juan Moreno Spiegelredakteur, Daniel Kothenschulte, Filmkritiker Frankfurter Rundschau, Frank Olbert KStA und Miklos Gimes, Regisseur des Films.
z.B. erzählte Herr Kothenschulte an einem Beispiel, welchen Schaden solche Fantasiegeschichten für die Betroffenen anrichten können.
Man war sich einig, so etwas darf nicht mehr passieren. Besonders enttäuscht waren sie über Tom Kummer der sich weder richtig bei Kämmerling und Porchardt entschuldigt hat, noch seine zweite Chance zu nutzen wusste.





Viele Redakteure haben Gimes die Zusammenarbeit verweigert.
Schließlich sind sie seinem Husarenstreich und es hatte Zweifler gegeben, alle aufgesessen.

Es war so, als erwarteten sie im Gegenzug Wandlung und Läuterung, aber die wollte und konnte Kummer, der sich meistens selbst inszeniert, keinem geben.

Bei solchen Previews darf sich im Anschluss an dem Film das Publikum äußern.

Die Studentin huldigte den Film als Lehrstück und betonte, auch Lieschen Müller würde ihn verstehen. Nun ich kenne Lieschen Müller nicht persönlich, wenn sie damit das stilisierte Blondchen von der Straße meint, vielleicht hatte sie schon einen „Kummer“ und ist mit der Welt der Kummers bestens vertraut.

Dabei bedenken sollte man, dass eine ganze Sparte des Journalismus (Yellow Press) vom Erfinden von Geschichten lebt und das auch Lieschen Müller nicht alles glaubt.
Darüber hinaus fließt die Meinung und Auslegung eines jeden Schreibenden, doch in die Storys mit ein und da wären wir bei der berühmten Frage :“Was ist Objektiv“?

Vielleicht ist Kummer nur ein verkannter Künstler, der ein Buch an die Wand wirft und den Inhalt der aufgeschlagenen Seite mit ein paar Fakten verknüpft und daraus einen neuen, vielleicht besseren Menschen entwirft, weil die realen Stars in Wirklichkeit viel zu langweilig sind?

Was auch immer dahinter stecken mag mir hat der Film "Bad Boy Kummer", gut gefallen.
Er ist ab 16. 5. (bitte nach schauen) in Cinenova zu sehen.

Donnerstag, 21. April 2011

Ein Abend Namens Gudrun







die Toiletten sagen auch einiges über ihre Bewohner aus



Stellen sie sich vor sie gehen zu einem Abend Namens Gudrun und Gudrun kommt gar nicht.
Die einzige Gudrun die gekommen ist und an diesen Abend freien Eintritt hatte, muss eine von den Verhuschten gewesen sein über die Armin Bings einen Text geschrieben hat.
Die Verhuschten wollen nicht auffallen und das wollte Gudrun auch nicht, ihre Begleitung hat gepetzt sonst wäre sie unerkannt geblieben, ich saß ziemlich weit vorne und habe sie nicht mal gesehen.

Wer Gudrun heißt, der sollte nicht verhuscht sein, denn ursprünglich bedeutet der Name „die Baerenstarke” und das verpflichtet .

Das kleine und intime Theater die Wohngemeinschaft hatte zu diesen Abend geladen und gekommen sind :

Armin, verfasst Texte und sie liest laut vor, moderiert ansonsten "Schöner Lesen - Texte, Torten, Heißgetränke".
über Gudrun sagt er:

"GUDRUN umarmt Bäume. Na und? Solange sie regelmäßig abwäscht und beim ‚Tatort’ nicht telefoniert, hab ich da nix gegen. So'ne kleine Macke haben wir schließlich alle, oder?"



„Anke wohnt zu wenig. Dann aber auch in einer Wohngemeinschaft - ohne Gudrun. Poetry Slams, PoetryBites – Voll das Lesen, Saitenliebe, alles rasendlangsam.“
Anke möchte manchmal nur eine schöne Haut anfassen oder den Pullover von X anziehen, lieben ohne das ganze drumherum, sie interessieren nicht die Geschichten ihrer Träger...

Anke über Gudrun: „Sie könnte meine Mutter sein. Ich bin ja noch jung. Meine Mutter ruft aber öfter an.“



„Christian schreibt lustige Texte und singt
Showbusiness!
„Christian über Gudrun: „Nur mit ihr trinke ich meinen Kaffee mit Zimt. Warum auch immer.“


Cris singt über Rock'n'Roll, den Individualstraßenverkehr auf der Inneren Kanal und den Sexy Sommer und das mehrsprachig!!!“
Heute am 21.4 wird im Clodwig-Eck das Sechswochenamt für den Nubbel gehalten und Chris sorgt für einen würdigen Rahmen.

„Cris über Gudrun: "Ich singe während Gudrun strickt. Selten berühren sich unsere Werke, aber unsere Herzen swingen immer im gleichen Takt.“




Nico ist Pantoffel Punk. Pompöse Imponierliste unter
Nico

Über Gudrun sagt er: "Gudrun brachte mir das Ukulele spielen bei. Sie hat es selbst gelernt, als sie einmal Marilyn Monroe in 'Manche mögens heiß' doubeln musste."



„Quichotte liest aus den Memoiren Jonny Betons, rappt wenn er gefragt wird und schreit manchmal rein. Kann auch singen. Macht er aber nicht.
Quichotte über Gudrun: „Ich hab kein Problem mit ihr. Sie kann machen was sie will. Bei mir kann jeder machen was sie will.“
Quichotte ist etwas unorganisiert, weil er seine Wäsche im Waschsalon (fast) vergessen hatte, konnte er nichts vernünftiges anziehen....dauernd drohte ihm die Hose zu rutschen,
(ich finde das passte zu ihm) zum Glück hat er uns diesen Anblick erspart.....denn in seinem gerappten Gedicht ging es um Linksträger und darum das die Größe in der Liebe woanders liegen muss.

Quichotte ist Kölner und hat Düsseldorfer Stadtmeister in Poetry Slam und darf deshalb in Hamburg, Düsseldorf vertreten.....geht es noch?
Ich habe dort viel wissenswertes erfahren.....z.B. Wurde gestern Nutella 40 Jahre alt, warum ich das erzähle, weil ich das Zeug eigentlich nur im Notfall esse und jetzt manchmal zum Frühstück. In meiner Küche steht ein XXL Glas, die Kinder sind ausgeflogen und ich möchte nicht das das Glas 40 Jahre alt wird.



In der Wohngemeinschaft hat es mir gut gefallen, sie hat, wie es der Name schon sagt, eine heimelige Atmosphäre, auch mit den Kulturschaffenden kann man diese Nähe leben.
Die Menschen die dort hin gehen sind zwischen 20- 50 Jahre und als ich draußen saß, arbeiteten zwei Bewohner an ihrer Hausarbeit, ein, wie ich finde authentisches Bild.



Ein Abend Namens Gudrun

Hinterm Scheitel wird die Seele zur Erbse

Freitag, 1. April 2011

Sonntag, 20. März 2011

Lit. Cologne 2011: Joseph Boyden und Jana Pallaske


Ich muss jetzt noch mal sagen, ich liebe die freie Platzwahl!
Bei der freien Platzwahl, hat jedermann/frau die Chance ,ungeachtet vom Portemonai, einen guten Sitzplatz zu erwischen. Das geht ohne hauen und stechen, sehr zivilisiert!


Mein Lit.- Frieden konnte so gestern wieder hergestellt werden, ich saß genau da, wo ich hin wollte;-)

Gestern war ich zum ersten Mal in der Schlosserei, die in ein blaues Licht getaucht war
und wenn dieser Abend schon unter einem besonderen Mond stand, dann saßen wir jetzt alle in einem Raumschiff.....und da war sie wieder, diese intime, besondere Atmosphäre, wie ich sie mir von der Lit. wünsche.

Nun wir wollten nicht gleich zum Mond, an diesem Abend zog es uns in Kanadas dunkle Wälder

Meine Freundin interessiert sich schon seit langem für Indianer, uns so war es kein Zufall dass sie sich bei der Wahl ihrer Karten (jeder konnte sich drei Veranstaltungen „aussuchen“, ) für Joseph Boyden entschieden hat.

„Joseph Boyden, 1967 in Kanada geboren, hat indianische Vorfahren. Sein erster Roman „Der lange Weg“ stand in seiner Heimat wochenlang auf der Bestsellerliste und wurde in elf Sprachen übersetzt. Für seinen zweiten Roman „Durch dunkle Wälder“ erhielt er den renommierten Giller Prize. „

Durch dunkle Wälder

Die Geschichte:

„Aus dem Dunkel der Wälder in das Dickicht der Städte
Mit Joseph Boyden hat die kanadische Literatur eine kraftvolle Stimme, die weit über die Landesgrenzen hinaus gehört wird. Sein neuer Roman erzählt davon, dass das Leben nach Indianersitte Vergangenheit ist, Neues aber nicht gefunden wurde. Denn in der Wildnis der Städte sind die Regeln der Wälder vergessen; Gier und Verachtung gefährden eine Ordnung, die über Jahrtausende Geben und Nehmen ausbalanciert hat. Der Cree-Indianer Will lernte die Kunst des Jagens von seinem Vater. Doch die Lebensweise der Alten ist den Stürmen der neuen Zeit nicht gewachsen. In der modernen Welt wird der Alkohol für viele ein gefährlicher Tröster. Als Will in einen alten Konflikt zwischen rivalisierenden Clans gerät, flieht er in die Wildnis. Der einbrechende Winter treibt ihn zurück in die Siedlung, wo er Opfer eines brutalen Überfalls wird. Nun liegt er im Koma, und seine Nichte Annie versucht, ihn durch Geschichten in die Realität zurückzuholen. Sie berichtet ihm von der Wildnis der großen Städte, in der sie nach ihrer schönen verschwundenen Schwester Suzanne gesucht hat. Annie ist ohne sie zurückgekehrt. Sie hat erkannt, dass ihre Zukunft bei ihren Wurzeln und in den Wäldern liegt.
Ausgezeichnet mit dem Scotiabank Giller Prize.“

Moderiert wurde der Abend von Margarete von Schwarzkopf, die letztes Jahr die Lesung mit Mo Hayder moderiert hat und gleich zu Anfang feststelle:“ Indianer dürfen krieschen..........!
Überhaupt sollten an diesem Abend einige Klischees widerlegt werden und es wurden auch einige Geheimnisse gelüftet …...

Die deutsche Übersetzung lass die Schauspielerin Jana Pallaske, einem Multitalent, die auch in Inglourious Basterds, mitgespielt hat.

Eine wirklich süße Erscheinung, die in den Text eintauchte, als sei sie Anni, die Nichte von Will, der manchmal die Jacke von den Schultern rutschte, die selbst schon mit Indianern im Dschungel war und die deshalb für diesen Abend wie berufen war.


Josef Boyden ist ein sehr charismatischer Autor, dessen Anliegen ist es, die Geschichte, die ein Teil einer Trilogie ist ( ganz schön raffiniert, diese Autoren, die damit erst mal im Geschäft bleiben)
aus der Sicht der Indianer zu schreiben und ihnen damit eine Stimme zu geben.

Leider hatten die drei, soviel zu erzählen, dass für Fragen kein Raum mehr blieb. Sonst hätte ich ihn gefragt was es mit den beiden Tattoos auf den Innenseiten seiner Unterarme auf sich hat.



Dafür hat uns Boyden ein Geheimnis verraten...... er plant einen Historienroman, er soll sich mit der Zeit zwischen den 16.– 17. Jahrhundert, in Kanada beschäftigen....psssssssssst keinem weitersagen....

Während meine Freundin glaubt, das sei nicht meine Literatur, muss ich schon sagen, das war gute Unterhaltung;-)!

Sonntag, 13. März 2011

Almanya-Willkommen in Deutschland




Mit "Almanya- Willkommen in Deutschland" ist den deutsch-türkischen Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli einer der besten Komödien gelungen, die ich seit langem im Kino gesehen habe.

Ich habe selten im Kino so gelacht, er ist voller Bilder und Pointen und hält Deutschen und Türken gleichermaßen den Spiegel vor.

der Trailer

Die Samdereli-Schwestern, haben den Blick auf beide Kulturen und erzählen dem Zuschauer temporeich und auf erfrischend komische Weise, die Geschichte des 1000001 Gastarbeiters Hüseyin, der nach Deutschland gekommen ist, weil zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders, in den 60er Jahren, Arbeitskräfte im Ausland gesucht wurden.

Als einer seiner Söhne lieber zum Fischen geht, als zur Schule und als seine Kinder ihn bei einem Heimatbesuch, bald nicht mehr erkennen, holt er seine Familie nach Deutschland.

In Rückblicken begleiten wir eine Familie in drei Generationen .

Dabei ist die Frage nach der eigenen Identität immer wieder Thema. Während sich die Großmutter über den deutschen Pass freut, plagen Großvater Hüseyin Albträume, z.B. träumt er , er müsste Schweinefleisch essen, um eingebürgert zu werden.

Auch sein Enkel Cenk hat Sorgen und fragt: “Was bin ich denn jetzt eigentlich, Türke oder Deutscher?” Als er weder in die deutsche noch in die türkische Fußballmannschaft gewählt wird und weil Anatolien auch nicht auf Europakarte, auf der für alle seiner Mitschüler, je nach Herkunft, ein Fähnchen gesteckt wurde, verzeichnet ist, steckt sein Fähnchen, auf der weißen Wand im Niemandsland.

„Almanya – Willkommen in Deutschland“ ist mehr als nur komisch, es gibt durchaus die stillen traurigen Momente, wenn einer geht den man lieb gewonnen hat . (und dann darf auch geweint werden)

So ist Almanya ein Film für Völkerverständigung und wenn ich lese auf wie viel Ablehnung „Muslime“ (das Thema Religion wird hier ziemlich ausgespart) in Europa stoßen, dann können solche Filme dazu beitragen, Vorurteile zu überwinden.

“Der Publikumsliebling der Berlinale ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND erhielt von der Deutschen Filmakademie e.V. zwei Nominierungen für den Deutschen Filmpreis und das in den wichtigen Kategorien “BESTER FILM” und “BESTES DREHBUCH”.”

Dieser Film ist nicht nur witzig gemacht, er hat auch Seele.

Wie sagte einst Max Frisch:

“Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen”

Almanya läuft im Odeon und in weiteren Kinos in Köln.