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Sonntag, 13. März 2011

Almanya-Willkommen in Deutschland




Mit "Almanya- Willkommen in Deutschland" ist den deutsch-türkischen Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli einer der besten Komödien gelungen, die ich seit langem im Kino gesehen habe.

Ich habe selten im Kino so gelacht, er ist voller Bilder und Pointen und hält Deutschen und Türken gleichermaßen den Spiegel vor.

der Trailer

Die Samdereli-Schwestern, haben den Blick auf beide Kulturen und erzählen dem Zuschauer temporeich und auf erfrischend komische Weise, die Geschichte des 1000001 Gastarbeiters Hüseyin, der nach Deutschland gekommen ist, weil zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders, in den 60er Jahren, Arbeitskräfte im Ausland gesucht wurden.

Als einer seiner Söhne lieber zum Fischen geht, als zur Schule und als seine Kinder ihn bei einem Heimatbesuch, bald nicht mehr erkennen, holt er seine Familie nach Deutschland.

In Rückblicken begleiten wir eine Familie in drei Generationen .

Dabei ist die Frage nach der eigenen Identität immer wieder Thema. Während sich die Großmutter über den deutschen Pass freut, plagen Großvater Hüseyin Albträume, z.B. träumt er , er müsste Schweinefleisch essen, um eingebürgert zu werden.

Auch sein Enkel Cenk hat Sorgen und fragt: “Was bin ich denn jetzt eigentlich, Türke oder Deutscher?” Als er weder in die deutsche noch in die türkische Fußballmannschaft gewählt wird und weil Anatolien auch nicht auf Europakarte, auf der für alle seiner Mitschüler, je nach Herkunft, ein Fähnchen gesteckt wurde, verzeichnet ist, steckt sein Fähnchen, auf der weißen Wand im Niemandsland.

„Almanya – Willkommen in Deutschland“ ist mehr als nur komisch, es gibt durchaus die stillen traurigen Momente, wenn einer geht den man lieb gewonnen hat . (und dann darf auch geweint werden)

So ist Almanya ein Film für Völkerverständigung und wenn ich lese auf wie viel Ablehnung „Muslime“ (das Thema Religion wird hier ziemlich ausgespart) in Europa stoßen, dann können solche Filme dazu beitragen, Vorurteile zu überwinden.

“Der Publikumsliebling der Berlinale ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND erhielt von der Deutschen Filmakademie e.V. zwei Nominierungen für den Deutschen Filmpreis und das in den wichtigen Kategorien “BESTER FILM” und “BESTES DREHBUCH”.”

Dieser Film ist nicht nur witzig gemacht, er hat auch Seele.

Wie sagte einst Max Frisch:

“Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen”

Almanya läuft im Odeon und in weiteren Kinos in Köln.

Donnerstag, 16. September 2010

Bal, Honig für die Seele



Bal, Honig für die Seele

Es gibt Bilder die prägen sich ein, die vergisst man nicht, sie sind so gewaltig und ausdrucksstark, da bedarf es keiner weiteren Erklärung.

Diese Sprache beherrscht Semih Kaplanoglu meisterhaft, er kehrt die Dramaturgie gerne um, setzt den Anfang einer Geschichte ans Ende, oder das Ende an den Anfang wie in Bal/Honig.

Bal/ Honig ist also der dritte Teil der Yusuf Trilogie, die Kindheit und eigentlich der Anfang. Der erste Teil, Yumatra /Ei erzählt die Geschichte aus Sicht eines gereiften Mannes. Der zweite Teil der Geschichte Süd/Milch, erzählt von der Loslösungsphase des jungen Mannes Yussuf, von seiner Mutter.

In seiner Heimat , der anatolischen Bergwelt, ist die Zeit stehen geblieben. Die Landschaft verschlingt Menschen und manchmal zollt sie ihren Tribut und gibt sie nicht wieder zurück.

Der etwa 6 jährige Yusuf stottert und kann selten ohne Probleme sprechen. Das gelingt ihn nur gelegentlich, in den einsamen Wäldern, wenn er mit seinem Vater, den Falken und den Esel unterwegs ist.

Warum ausgerechnet dieser Film den goldenen Bären gewonnen hat? Da passiert doch nichts, könnte man meinen!

Das besondere dieses Film , ist die Erzählweise, die ohne Worte auskommt. Durch und in den Augen eines Kindes, nutzt Kaplanoglu die Entdeckung der Langsamkeit.

Wenn im Film gesprochen wird, dann wird die Bedeutung dieser Worte manchmal erst in einer späteren Szene deutlich. Zum Beispiel als die Mutter die den Vater vermisst, der in den Bergen unterwegs ist und längst zurück sein wollte, ihren Sohn von einem Traum erzählt. Als sich dieser von seiner Mutter abwendet, hören wir noch die Sätze des Vaters an seinen Sohn. Er dürfe Träume nicht laut aussprechen und auch niemanden davon erzählen.

Es passiert also nicht viel und doch ist alles von Bedeutung, die Sprachlosigkeit die den Blick für das Wesentliche schärft. Die unausgesprochenen Worte die in der Seele des Kindes, einem späteren Dichter, schwingen. Die Langsamkeit, die hier oft in der Großaufnahme verweilt und dabei mehr erzählt als es tausend Worte vermögen.

Das nicht gesprochene Wort, ist in einer Welt in der das Wort in unseren Ohren steckt oder allzeit aus unseren kleinen rechteckigen Begleitern sprudelt, in der wir an jeder Ecke beschallt werden......macht also einen Teil der Faszination dieses Filmes aus . Wer das mag, für den ist Bal/Honig, mit seinen vielen eindringlichen Bildern, Honig für die Seele.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Blonder Sex in the City


Ich muss zugeben, anfangs habe ich mich schwer getan mit “Sex and the City” und das lag in erster Linie an diesem allzeit bereiten Vamp Samantha Jones, die partout ihr Höschen nicht anbehalten will. Meine Tochter liebt diese Serie und inzwischen kann ich auch darüber lachen.

Mittlerweile nehme ich alles nicht mehr so ernst und das darf man auch nicht.
Gestern habe ich ihn mir endlich im Kino angeguckt „Sex and the City 2" und was soll ich sagen, es gab jede Menge zu lachen.

Es ist ein Film für blonde Mädchen, auch späte, denke ich, und das bin ich auch, gell? Als ich mich im Cinedom umschaue, sind 75 % der Zuschauerinnen blond. Erst im Dunkeln trauen sich ein paar Männer rein, die Quote liegt bei unter 5% an diesem Abend.

Vielleicht liegt es auch daran, dass blonde Frauen gar nicht so doof sind, denn von Montag bis Mittwoch kommt man für knapp 7 € hier rein.

Am Popcornstand höre ich eine dieser "busy girls" fast entschuldigend sagen: ”Ich freue mich auf den Film, dabei kann ich endlich mal entspannen“.

Was hat es mit den Mädels so auf sich, frage ich mich? Was macht den Hype aus, der von dieser Serie ausgeht?
Sind es die philosophischen Betrachtungen über die Liebesrituale von Großstadt-Singlefrauen, mit denen die Kolumnistin Carrie Bradshaw der Serie einen roten Faden gibt.

Ist es die Mädchenfreundschaft der inzwischen „angejahrten Mädels“, die auch noch bei den Kids ankommt ( Die Darstellerinnen sind zwischen 1956-1966 geboren)?

Ist es New York, der Kostümrausch mit den Blickfängen, mit dem die Mädels selbst in Abu Dhabi nicht mit ihren Reizen geizen und in dem muslimischen Land für manchen Aufruhr sorgen? Dabei lassen sie uns auch einen Blick unter die Schleier der muslimischen Mädels werfen, um zu beweisen, dass sie en vogue sind.

Zugegeben in XXS fällt der Stoff schöner, bei der Stil-Ikone Carrie sieht das cool aus. Allerdings muss Carrie langsam aufpassen, sie kommt in die Jahre und so dünn ist auf Dauer nicht gut für den Teint....
mit Stöckelschuhen durch die Wüste

Oder sind es die ganz “normalen” Probleme” bei den upper class - girls?

Die Angst, die Charlotte York hat, dass der Ehemann sie mit der Nanny betrügen könnte, die Überforderungssituation in die man mit schreienden Kindern geraten kann.
Später wird sie unter Alkohohleinfluss beichten, ihre größte Angst dabei, sei gewesen, ihre Nanny zu verlieren.

Während Samantha, mit allen Mitteln gegen`s Klimaterium kämpft, ist bei Miranda Hobbes, diesmal alles im Lot und Carrie beschäftigt die Frage wie man es verhindern kann, dass Ehe alltäglich wird.

Es ist sehr wahrscheinlich eine Mischung aus allem, ich hatte auf jeden Fall Spaß.

Also wenn sie mal einfach sinnfrei lachen wollen, dann machen sie es wie die blonden Mädels im Cinedom, gehen sie in “Sex and the City 2"

Der Trailer
Grundlegendes